Das Ziel einer jeden Impfung - egal ob beim Menschen oder beim Tier - ist es, das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern zu stimulieren, und damit einen Schutz gegen verschiedene infektiöse Erkrankungen - oder zumindest gegen schwere Folgeschäden dieser - zu schaffen.


Dank konsequenter Impfungen haben viele Infektionskrankheiten unserer Haustiere - wie zum Beispiel Staupe, Parvovirose oder Katzenseuche - in den letzten Jahrzehnten hierzulande ihren tödlichen Schrecken verloren.

Aber leider gibt es auf der Welt noch unzählige Gebiete, in denen die genannten Infektionen weit verbreitet sind und jedes Jahr werden nach wie vor viele Tiere illegal - und infiziert - über die Grenzen gebracht und mit ihnen auch die lebensbedrohlichen Krankheitserreger. Darüber hinaus werden auch immer mehr Vierbeiner in den Urlaub - auch in risikoreichere Länder - mitgenommen und dadurch der Gefahr einer Ansteckung mit den potentiell tödlichen Viren und Bakterien ausgesetzt.

Aus diesen Gründen ist es auch zukünftig notwendig auf eine rechtzeitige Impfung zu achten um einen ausreichenden Impfschutz des geliebten Haustieres zu gewährleisten.

Besonders wichtig ist dabei die sogenannte Grundimmunisierung. Das sind die ersten Impfungen im Leben eines Tieres, welche essentiell für die Ausbildung eines belastbaren Impfschutzes sind.

Dafür müssen die Impfstoffe - meist beginnend in einem Alter von 8 Wochen - zwingend 2- bis 3-mal im Abstand von jeweils 3 bis 4 Wochen - bzw. in den vom Hersteller angegebenen Abständen - verabreicht werden. Die letzte Grundimmunisierung findet dann im Alter von ungefähr 15 Monaten statt. Die nachfolgenden Wiederholungsimpfungen erfolgen - je nachdem wogegen und womit geimpft wird - in der Regel nach 1 bis 3 Jahren.

 

Impfschutz für Hunde

Bei Hunden empfehlen wir in unserer Praxis routinemäßig eine Impfung gegen Staupe, ansteckende Leberentzündung, Parvovirose, Zwingerhusten und Leptospirose sowie zusätzlich gegen die Tollwut.

Dafür verwenden wir einerseits verschiedene Kombinationsimpfstoffe sowie andererseits einen Einzelimpfstoff gegen die Tollwut.

Die Tollwutimpfung sollte dabei frühestens ab einem Alter von 12 Wochen durchgeführt werden.

Bei sehr kleinen Rassen oder sehr empfindlichen Tieren ist es möglich die Tollwutimpfung generell erst 2 Wochen nach der Kombinationsimpfung als Einzelimpfung zu setzen.

Abweichend von den allgemein gültigen Regelungen kann im Falle einer besonderen Gefährdung eines Welpen gegen Parvovirose bereits ab einem Alter von 6 Wochen geimpft werden.

Für die Aufrechterhaltung des Impfschutzes ist nach abgeschlossener Grundimmunisierung abhängig von der Impfkomponente eine Wiederholung nach 1 oder 3 Jahren notwendig

Eine Impfung gegen Borreliose führen wir in unserer Praxis nicht routinemäßig bei jedem Tier durch.

Bei besonders gefährdeten Tieren - wie zum Beispiel jagdlich geführten Hunden - kann eine vorsorgliche Impfung allerdings eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme darstellen.

Die erste Impfung erfolgt mit frühestens 12 Wochen und wird nach 2 bis 3 Wochen wiederholt. Anschließend werden zweimal im Abstand von 4 bis 6 Monaten - möglichst im Herbst und im Frühjahr - Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Alle weiteren Wiederholungsimpfungen erfolgen jährlich - nach Möglichkeit immer vor Beginn der Zeckensaison.

Die Impfung verhindert die Vermehrung der Erreger in Haut, Gelenken und Muskulatur. Sie wirkt allerdings nicht gegen alle vorkommenden Borrelienarten.

Ein ausreichender Schutz gegen Zecken als Überträger der krankheitsauslösenden Bakterien und das gewissenhafte Absuchen des Felles nach jedem Spaziergang ist somit auch nach einer Impfung unverzichtbar.

Eine Impfung gegen Leishmaniose wird in unserer Praxis ebenfalls nicht routinemäßig durchgeführt.

Bei geplanten Urlaubsreisen in ein gefährdetes Gebiet kann eine vorsorgliche Impfung ratsam sein. Die Ansteckung mit Leishmanien wird durch eine Impfung zwar nicht vermieden, aber eine Erkrankung bleibt meist aus oder wird zumindest abgeschwächt.

Die erste Impfung erfolgt mit frühestens 6 Monaten und wird zweimal im Abstand von jeweils 3 Wochen wiederholt. Alle weiteren Wiederholungsimpfungen erfolgen jährlich.

Ein ausreichender Schutz gegen Sandmücken als Überträger der einzelligen Infektionserreger ist auch nach einer Impfung unverzichtbar.

Eine Impfung gegen das Canine Herpesvirus kann für gefährdete Hundezuchten ratsam sein.

Dieses Virus führt bei Infektionen der tragenden Mutterhündin zum sogenannten „Welpensterben“.

Die erste Impfung erfolgt bei negativ auf Antikörper getesteten Hündinnen während der Läufigkeit oder 7 bis 10 Tage nach erfolgreichem Deckakt und wird 1 bis 2 Wochen vor erwartetem Geburtstermin wiederholt. Dieses Vorgehen wird bei Bedarf für jede geplante Trächtigkeit wiederholt.

Eine Impfung gegen Dermatophytose - eine durch bestimmte Hautpilze ausgelöste Erkrankung - kann sowohl vorsorglich bei besonders gefährdeten, als auch therapeutisch bei bereits erkrankten Tieren ratsam sein.

Die ersten beiden Impfungen erfolgen mit frühestens 6 Wochen im Abstand von 14 Tagen tief in die Muskulatur auf wechselnde Körperseiten und können bei Bedarf durch eine dritte Impfung im selben Abstand ergänzt werden. Alle weiteren Wiederholungsimpfungen erfolgen alle 9 bis 12 Monate.

 

Impfschutz für Katzen

Bei den Katzen ist erst einmal zu unterscheiden, ob es sich um eine reine Wohnungskatze ohne Kontakt zu freilebenden Artgenossen handelt oder um einen Freigänger.

Für reine Wohnungskatzen ist eine Impfung gegen Katzenschnupfen (Felines Rhinotracheitis-/ Herpesvirus, Felines Calicivirus) und Katzenseuche (Felines Panleukopenievirus) in der Regel vollkommen ausreichend. Diese Infektionen werden zwar hauptsächlich direkt von Tier zu Tier übertragen, können aber auch durch die Katzenbesitzer selbst oder durch kontaminierte Gegenstände eingeschleppt werden, weshalb auch im Haus lebende Tiere geschützt werden sollten.

In unserer Praxis wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der neben den 3 bereits genannten auch noch eine Chlamydia felis-Komponente enthält. Für die Aufrechterhaltung des Impfschutzes ist nach abgeschlossener Grundimmunisierung eine jährliche Wiederholung notwendig

Katzen mit unkontrolliertem Freilauf sollten darüber hinaus - frühestens mit 12 Wochen - auch gegen Tollwut geimpft werden. Eine Wiederholung alle 3 Jahre ist nach vollendeter Grundimmunisierung ausreichend.

Aufgrund vieler bestätigter Infektionen im letzten Jahr empfehlen wir aktuell bei Freigängerkatzen zusätzlich eine Impfung gegen die Feline Leukose. Diese hochansteckende Virusinfektion ist nicht heilbar und führt nach einer Infektion mit symptomatischer Erkrankung unweigerlich zum Tod bzw. zur Einschläferung des betroffenen Tieres, da es bisher leider keine Behandlungsmöglichkeiten gibt. Vor einer Impfung sollte mit einem Bluttest eine unbemerkt bereits erfolgte Infektion ausgeschlossen werden. Die ersten beiden Impfungen finden mit frühestens 8 Wochen und im Abstand von 3 bis 4 Wochen statt. Wiederholungsimpfungen erfolgen jährlich. Ab einem Alter von 8 Jahren ist das Immunsystem der Katze in der Regel stark genug um das Virus bei Kontakt vollständig abzuwehren, sodass dann auf weitere Impfungen verzichtet werden kann.

Eine Impfung gegen das FIP-Virus (Feline Infektiöse Peritonitis) wird in unserer Praxis aufgrund der nicht ausreichend nachgewiesenen Wirksamkeit routinemäßig nicht durchgeführt.

Eine Impfung gegen Dermatophytose - eine durch bestimmte Hautpilze ausgelöste Erkrankung - kann sowohl vorsorglich bei besonders gefährdeten als auch therapeutisch bei bereits erkrankten Tieren ratsam sein.

Die ersten beiden Impfungen erfolgen mit frühestens 6 Wochen im Abstand von 14 Tagen auf wechselnde Körperseiten tief in die Muskulatur und können bei Bedarf durch eine dritte Impfung im selben Abstand ergänzt werden. Alle weiteren Wiederholungsimpfungen erfolgen alle 9 bis 12 Monate.

 

Impfschutz für Kaninchen

Bei Kaninchen - insbesondere allen mit Aufenthalt im Freien - empfehlen wir in unserer Praxis routinemäßig eine Impfung gegen Myxomatose (Kaninchenpest) und RHD (Chinaseuche). Beide Erkrankungen werden hauptsächlich durch Insekten, vor allem Mücken und Fliegen, übertragen und enden in den allermeisten Fällen tödlich.

Die ersten beiden Impfungen finden mit frühestens 4 bis 6 Wochen und im Abstand von 3 Wochen statt. Anschließend ist für die Aufrechterhaltung des Impfschutzes eine halbjährliche Wiederholung der Myxomatose sowie eine jährliche Wiederholung der Chinaseuche notwendig.

Eine Impfung gegen den von verschiedenen Bakterien ausgelösten Ansteckenden Kaninchenschnupfen (Rhinitis contagiosa cuniculi) wird in unserer Praxis nicht routinemäßig durchgeführt. Für Züchter kann eine zusätzliche Impfung allerdings ratsam sein.

Die ersten beiden Impfungen finden mit frühestens 4 Wochen und im Abstand von 14 Tagen statt. Anschließend ist für die Aufrechterhaltung des Impfschutzes eine mindestens halbjährliche Wiederholung notwendig, bei intensiv genutzten Häsinnen besser vor jeder zweiten Trächtigkeit.

 

Impfschutz für Meerschweinchen

In aller Regel müssen Meerschweinchen nicht geimpft werden.

Es gibt auch keinen in Deutschland zugelassenen Impfstoff für diese Nagetiere.

Unter bestimmten Umständen kann es in Einzelfällen allerdings sinnvoll sein, einen für andere Tierarten zugelassenen Impfstoff umzuwidmen und anzuwenden, beispielsweise bei hartnäckigen Hautpilzinfektionen oder speziellen Atemwegserkrankungen.